SCHAUSPIEL

Wir hatten doch die Kinder

Auf den Spuren Janusz Korczaks und Stefania Wilczyńska.


Janusz Korczak war Arzt, Schriftsteller und Pädagoge. Gemeinsam mit Stefania Wilczyńska übernahm er 1912 die Leitung des neuen jüdischen Waisenhauses Dom Sierot in Warschau. Es war kein gewöhnliches Heim. Hier hatten Kinder Rechte, Verantwortung und eine eigene Stimme. Ein Kinderparlament beschloss Gesetze, das Kindergericht verhandelte Fehlverhalten, eine Kinderzeitung informierte. Jahrzehnte vor der UN-Kinderrechtskonvention war dies der Alltag im Waisenhaus. So erzählt die Geschichte meist: Janusz Korczak war Arzt, Schriftsteller und Pädagoge. Gemeinsam mit Stefania Wilczyńska übernahm er 1912 die Leitung des neuen jüdischen Waisenhauses Dom Sierot in Warschau. Es war kein gewöhnliches Heim. Hier hatten Kinder Rechte, Verantwortung und eine eigene Stimme. Ein Kinderparlament beschloss Gesetze, das Kindergericht verhandelte Fehlverhalten, eine Kinderzeitung informierte. Jahrzehnte vor der UN-Kinderrechtskonvention war dies der Alltag im Waisenhaus.

So wird die Geschichte meist erzählt: Janusz Korczak, der großen Pädagoge und Wegbereiter einer neuen Sicht auf das Kind. Den Namen Stefania Wilczyńska kennt kaum jemand. Sie leitete das Waisenhaus über drei Jahrzehnte, in seiner Abwesenheit allein. Sie setzte die gemeinsamen Ideen Tag für Tag um. Ohne sie hätte es dieses Werk nicht gegeben.

Als die deutschen Besatzer das Waisenhaus 1940 in das Warschauer Ghetto zwangen, hielten die beiden und ihre Mitarbeitenden trotz Angst und Not an ihrer Haltung fest. Sie ermöglichten den Kindern ein Leben in Würde, mit einem Garten, Geschichten, Musik, Theater. Im August 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie gemeinsam mit den fast zweihundert Kindern nach Treblinka. In seinem letzten Tagebucheintrag schrieb Korczak: „Ich wünsche niemandem etwas Böses. Ich kann das nicht. Ich weiß nicht, wie man das macht.“

„Wir hatten doch die Kinder“ widmet sich dem gemeinsamen Werk von Stefania Wilczyńska und Janusz Korczak. Ausgehend von historischen Quellen erzählt es von einer außergewöhnlichen Partnerschaft, einer vergessenen Frau und einer Pädagogik, die ihrer Zeit weit voraus war und vielleicht noch ist.


REGIE
Pierre Schäfer

SPIEL
Anne Struve
Lennart Morgenstern


Wählen Sie einen Termin aus