KONZERT

Leise schwimmt der Mond durch mein Blut

Lieder nach Gedichten von Else Lasker-Schüler.


Tobias Rank hat aus den unzähligen lyrischen Zeugnissen Else Lasker-Schülers, welche eine der schillerndsten und exzentrischsten Persönlichkeiten in Berlin um 1920 war, etwa zwei Dutzend Gedichte ausgewählt, diese in einen dramaturgisch-biografischen Zusammenhang gestellt und für Gesang und Klavier vertont.

Die Gedichte sind voller Geheimnisse, Poesie und Schönheit, voller Grausamkeiten und Abgründe – und so klingt gleichermaßen auch die Musik: Es sind eigenwillige, vielschichtige Chansons mit Klezmer- und Jazzelementen, manchmal mit einfachem Sprechgesang, mitunter angelehnt an Neue Musik.

Elena Janis Hamann versteht es, mit ihrer klar intonierten, kräftigen Stimme, Temperament und lasziven Überschaum auf der einen, Zerbrechlichkeit und Verzweiflung auf der anderen Seite zu transportieren. Sie singt nicht bloß: sie spielt und agiert leibhaftig, lacht, lamentiert, haucht, wie auf einer Theaterbühne eben, und überzeugt dabei mit ihrem schauspielerischen Talent und ihrer charmant exakten Artikulation in jeder Rolle, die ihr Tobias Rank in den einzelnen Liedern auf den Leib geschrieben zu haben scheint.

Hamann und Rank sind perfekt aufeinander eingespielt und bewirken, dass der Begriff ‚Lied‘ eigentlich nicht mehr richtig greift: eher mag man von einer bewusst nuancierten Inszenierung voller überraschender Wendungen sprechen, die jegliche Ordnung ähnlich strikt verhöhnt wie die Dichterin selbst.


Elena Janis Hamann, Gesang
Tobias Rank, Klavier/Komposition


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